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Osteoporose-Mythen

Osteoporose ist eine schleichende, anfangs völlig schmerzfreie Erkrankung. Deshalb werden erste Anzeichen im Vorfeld der Erkrankung oft zu wenig ernst genommen. Weiterhin kursiert die falsche Vorstellung, dass Osteoporose nicht behandelbar sei.

Mythos 1: Osteoporose ist eine seltene Erkrankung.

Das Gegenteil ist der Fall: In den Industrieländern ist die Osteoporose zu einer Volkskrankheit geworden. Knapp acht Millionen Menschen leiden allein in Deutschland daran, aber nur eine Minderheit wird behandelt. Die Zahl der osteoporosebedingten Oberschenkelhalsbrüche beläuft sich deutschlandweit auf rund 100.000 pro Jahr. Ungefähr 30% aller Frauen erleiden einmal in ihrem Leben eine durch Knochenschwund bedingte Wirbelfraktur.

Mythos 2: Ich bin viel zu jung, um mir Gedanken über Osteoporose zu machen.

Falsch! Vorbeugung beginnt bereits in jungen Jahren, denn schon in dieser Zeit kann der Grundstein für eine spätere Erkrankung gelegt werden. Gerade bei jungen Menschen spielen eine ausreichende Kalziumzufuhr, genügende Versorgung des Körpers mit Vitamin D und regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle, um ein Optimum an Knochenmasse aufzubauen. Auch eine gesunde Lebensweise ist hilfreich: Zur erfolgreichen Osteoporoseprävention empfiehlt es sich nicht zu rauchen, wenig Alkohol zu konsumieren und phosphatreiche Nahrungsmittel (z. B. Cola-Getränke, Süßigkeiten, Fast Food) zu meiden, da sie die Kalziumaufnahme in den Knochen verhindern.

Mythos 3: Osteoporose ist eine reine Frauenkrankheit.

Irrtum! Auch das "starke Geschlecht" kann an Osteoporose erkranken. Etwa 20% der Osteoporosekranken in Deutschland sind Männer. Auch wenn bei Männern der Östrogenmangel in den Wechseljahren als wichtiger Risikofaktor wegfällt, unterscheiden sich ansonsten die Risikofaktoren – Bewegungsmangel und Ernährungsfehler eingeschlossen, kaum. Vielfach scheint bei Männern der Testosteronabfall im höheren Lebensalter oder die Langzeiteinnahme von Kortison für den Krankheitsausbruch verantwortlich zu sein, aber auch ein hoher Alkohol- und Nikotinkonsum können eine Rolle spielen.

Mythos 4: Wenn Osteoporose festgestellt wird, kann man nichts mehr gegen die Krankheit tun.

Doch! Zu Knochen- und Wirbelbrüchen, quälenden Dauerschmerzen und Behinderungen muss es nicht kommen. Wird der Knochenschwund in einem frühen Stadium festgestellt, kann er durch eine medikamentöse Behandlung häufig gestoppt werden. Selbst im fortgeschrittenen Stadium können Knochenbrüche durch Medikamente oft verhindert und die Lebensqualität erheblich verbessert werden. Zudem ist es niemals zu spät, mit einem individuellen Bewegungsprogramm und gesunder, kalziumreicher Ernährung der Osteoporose entgegenzuwirken.

Mythos 5: Osteoporose ist nicht so ernst, dass man sich sorgen müsste.

Osteoporose ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, weil sie eine fortschreitende Schwächung der Knochen verursacht. Das geht soweit, dass schon ein leichter Stoß oder harmloser Fall zu schmerzhaften Brüchen vor allem im Bereich der Hüfte oder an der Wirbelsäule, aber auch an anderen Skelettstellen führen kann.
Jeder vierte Patient mit Schenkelhalsfraktur stirbt innerhalb der ersten zwölf Monate nach dem Knochenbruch. Die Hälfte ist fortan beim Gehen auf fremde Hilfe angewiesen und ein weiteres Viertel der Erkrankten wird zum Pflegefall.

Mythos 6: Ich bin gesund, also bin ich nicht gefährdet.

Leider haben wir keinen Indikator dafür, wie stark unsere Knochen sind. Unbemerkt kann der Körper seine natürliche Knochendichte verlieren, obwohl man der Meinung ist, gesund zu leben. Vor allem, wenn familiäre Vorbelastungen vorliegen, sollte man mit seinem Arzt über eine mögliche Osteoporose sprechen und eine Knochendichtemessung vornehmen lassen. Diese Methode ermöglicht den Rückschluss auf Osteoporose-bedingte Frakturanfälligkeit der Knochen. Allerdings übernehmen die öffentlichen Krankenkassen die Kosten für eine Knochendichtemessung vielfach nicht, wenn noch keine Fraktur vorliegt.
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